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Fromme Begriffe erklären können - Seminar

© 2001 by Veit Claesberg

Veröffentlichungen, egal welcher Art, nur nach Rücksprache mit dem Verfasser. - webmaster@veitc.de - www.veitc.de

 

Lernziele:

Die Zuhörer sollen verstehen, dass es wichtig ist, wie wir gegenüber Nichtchristen von unserem Glauben reden. Sie sollen erkennen, was die Zuhörer mit frommen Vokabeln verbinden und sollen biblische Begriffe im missionarischen Gespräch verständlich erklären können.

 

Aufbau:

1. Sinn und Ziel des Seminars

2. Begriffe, die im missionarischen Gespräch verwendet werden

2.1. Begriffe sammeln

2.2. Wie füllen unsere Mitmenschen diese Begriffe?

2.3. Wie können wir die Begriffe vernünftig erklären?

2.3.1. Gruppenarbeit - Biblische Begriffe verstehen und erklären

2.3.2. Zusammenfassung

3. Abschluss

 

Material:

·        Lexika und biblische Wörterbücher

·        Flip Chart und Stifte

·        Zettel und Stifte

 

1. Sinn und Ziel des Seminars

Dokumentbeginn

 

Das Thema dieser Schulung lautet ja: „Seinen Glauben erklären können“. Einige hochwertige Argumente haben wir schon gehört. In diesem Seminar soll es nun darum gehen, wie ich im normalen Leben, über meinen Glauben reden:

·        Wie erkläre ich meinen Freunden/Freundinnen/Arbeitskollegen/Bekannten, oder sonstigen Leuten, die sich mit mir unterhalten, was ich glaube und das auch noch so, dass sie es verstehen?

 

Dazu am Anfang mal eine etwas überzogene Geschichte, wo die Problematik deutlich wird:

·        Geschichte (abgeleitet von Albrecht Gralle)

Natürlich ist diese Geschichte etwas überzogen, aber im Kern stimmt sie. Ich denke es wird deutlich:

Man kann wirklich nicht davon ausgehen, dass in unserem fast schon nachchristlichen Zeitalter jeder weiß, was z.B. das Wort Sünde bedeutet. Selbst wenn er etwas damit anfangen kann, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass er dabei an Erotik oder dass Stück Kuchen denkt, was er mal wieder zu viele gegessen hat.

Oder wie soll ich jemanden klar machen, dass es nichts Unanständiges ist, wenn wir uns Sonntagsnachmittags zum Liebesmahl treffen?

Viele Wörter die wir benutzten bedürfen einfach der Übersetzung und Erklärung.

Dabei sollten wir m.E. darauf achten, dass wir besonders da vernünftige - weil verständliche Wörter verwenden, wenn wir mit anderen über unser Gemeindeleben sprechen. Wörter wie Liebesmahl, Versammlung, Hauskreis, Sonntagschule, 1. Stunde, Brotbrechen... scheinen mir da eher unangebracht – mit diesen Wörter kann kaum einer etwas anfangen und viele Leute schreckt so etwas ab. Dabei kann man andere Wörter benutzen, die dasselbe aussagen:

Liebesmahl – gemeinsames Kaffeetrinken

Versammlung – Gemeinde / Kirche

Hauskreis – Gesprächsabend

Sonntagschule – Kindergottesdienst

Brotbrechen - Abendmahl

.....

Wenn es um biblische Begriffe geht wird die Sache schon schwerer. Nicht jeder biblische Begriff lässt sich durch einen anderen ersetzten und das muss auch gar nicht immer sein:

·        Ich kann nicht in jeder Predigt oder in jeder Andacht immer alles erklären. Dann wird man ja nie fertig und außerdem würde der Rahmen gesprengt. Hier darf man ruhig auf Gottes Geist vertrauen, dass die Botschaft schon ankommt. Genauso wird es auch im Gespräch sein.

·        Und: Jedes Gebiet seine Fachsprache und keiner stört sich daran. Die Börsensprache z.B. versteht man erst, wenn man sich intensiv damit auseinandersetzt. Keiner würde von der Frankfurter Börse verlangen, dass die Fachsprache abgeschafft wird. Genauso gibt es im christlichen Bereich natürlich auch einige Fachbegriffe.

Das ist die eine Seite - die andere Seite ist die:

Ich erzähle dir etwas von der Börse und dass sich gestern der Dax schlecht entwickelt hat. Wenn du jetzt nachfragst, was das denn sei, dieser komische Dax, dann muss ich natürlich in der Lage sein, dir das erklären zu können. Außerdem muss ich schon vorher bedenken, dass du bei dem Wort Dax an ein Tier denkst und deshalb meinen weiteren Ausführung nicht ganz Folge leisten kannst.

Genauso ist es bei einem Gespräch über Glauben. Wenn ich mit meinem Kumpel über den Glauben rede und er fragt nach, was ich denn bitteschön mit Sünde oder Bekehrung meine, dann sollte ich in der Lage sein, ihm das vernünftig zu erklären und nicht anfangen rumzueiern. Außerdem muss ich mich fragen, was er unter einer Bekehrung versteht.

 

Also: Wir wollen in diesem Seminar, einige wichtige Begriffe erläutern, die man in einem missionarischen Gespräch verwendet.

·        Wir werden überlegen, was viele darunter heute verstehen

·        Wir werden versuchen, diese Begriffe verständlich zu erklären

Nun denn... 

 

2. Begriffe, die im missionarischen Gespräch verwendet werden

Dokumentbeginn

 

2.1. Begriffe sammeln

Jedes missionarische Gespräch läuft ja anders ab. Es ist z.B. entscheidend, ob ich mit jemanden zum ersten Mal über den Glauben rede, oder ob ich schon öfters mit ihm / ihr über den Glauben gesprochen habe. Ich kann auch nicht, wie gesagt, in jedem Gespräch alles erklären. Irgendwann, und sei es auch erst im dritten Gespräch, werde ich um bestimmte Wörter nicht herumkommen, wenn das Gespräch nicht verflachen soll.

Tragen wir mal zusammen, welche Vokabeln in einem missionarischen Gespräch irgendwann mal fallen sollten (Flip Chart / Tafel):

Sünde, Tod am Kreuz, Golgatha? , Bekehrung, Vergebung, stellvertretend, Gericht, Gnade, Liebe, Hölle, Himmel, ewiges Leben, Gemeinde... [1]

 

2.2. Wie füllen unsere Mitmenschen diese Begriffe?

Zusammen erarbeiten an Flip Chart / Tafel

 

2.3. Wie können wir die Begriffe vernünftig erklären?

2.3.1. Gruppenarbeit - Biblische Begriffe verstehen und erklären

Die Seminarteilnehmer sollen biblische Begriffe selber verstehen und verständlich erklären. Dabei können sie Lexika und biblische Wörterbücher zu Hilfe nehmen.

Begriffe sollen anschließend verständlich vor der Gruppe erklärt werden.

Evtl. in einer Art Rollenspiel: Zwei Leute führen eine missionarisches Gespräch und kommen auf das Thema Gnade, oder Sünde zu sprechen.....

2.3.2. Zusammenfassung

Alles nicht so einfach.....

 

3. Abschluss

Dokumentbeginn

 

Wenn wir missionarische Gespräche führen ist es wichtig, dass wir uns die Welt unserer Gegenübers hineindenken und versuchen ihm unseren Glauben verständlich darzulegen.

Dafür ist es wichtig:

·        dass wir erst einmal selber verstehen, was die Bibel unter Sünde, Hölle, Gnade... versteht

·        dass wir wissen, was unser Gesprächspartner mit den biblischen Wörtern assoziiert

·        dass wir die biblischen Begriffe vernünftig erklären und in heutiger Sprache bringen können.

 

 

 

Missverständnisse vorprogrammiert, v. A. Gralle

 

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Im Folgenden ein Interview zwischen Pastor Glaubmir (Herausgeber der neuen christlichen Zeitschrift „Das geknickte Rohr“) und Markus Meier (Redakteur des Allgemeinen Tagesblattes).[2]

 


MM: Lieber Herr Pfarrer. Sie haben eine neue Zeitschrift gegründet und wollen auch Leute damit ansprechen, die sich vom christlichen Glauben distanziert haben. Auch die Leser des Allgemeinen Tageblattes interessiert natürlich ihre neue Arbeit. Welche Ziele stecken dahinter? Wie ist ihrer Zeitschrift, mit dem doch etwas ungewöhnlichen Namen „Das geknickte Rohr“, entstanden?

PG: Es war der Herr!

MM: Aäh, ah ja. Und... welcher Herr genau?

PG: Nun, das begann so: In jener Zeit war es finster um mich geworden und das Licht des Glaubens schien nur sehr schwach.

MM: Entschuldigen sie, in welcher Gegend wohnten sie damals? Ich kenne solche trüben Hausflure noch von früher.

PG: Nein, nein, ich meine, meine Seele war betrübt in jenen Tagen der...

MM: Ihre Seele? Hatten sie auch körperliche Beschwerden?

PG: Oh ja. Der Tempel des Heiligen Geistes war stark geschwächt von der Last meines Gemüts.

MM: Tempel? Ich dachte sie wohnen in einem Einfamilienhaus?

PG: Sie können und wollen mich wohl nicht verstehen, Herr Müller...

MM: Meier

PG: Ja, nun sei´s drum. Also, in jenen Tagen rief ich zum Herrn in meiner Not, denn mein Leben war ein stückweit leer geworden.

MM: Sie hatten ja vorhin schon diesen Herrn erwähnt, den sie dann anriefen. Gehörte er vielleicht zu einer Organisation, deren Telefonnummer und Namen sie nicht preisgeben wollen?

PG: Was? Nein, Nein. Der Herr ist der, der mir einen neuen Auftrag gegeben hat.

MM: Ach so, ihr neuer Auftraggeber. Dann hatten sie selbst gar nicht die Idee „Das geknickte Rohr“ zu starten?

PG: Genau, das ist richtig. Er war es, der mich ergriff, denn nicht mein Wille soll ja geschehen, sonder der seine.

MM: Sie müssen ja einen gehörigen Respekt vor diesem Herrn haben, wenn sie sich nicht einmal getrauen, ihre eigene Meinung zu äußern.

PG: Oh ja. In seinen Augen sind wir alle Würmer.

MM: Würmer?

PG: Ja, Würmer, wenn sie verstehen was ich meine. Es ist sozusagen ein Bild.

MM: Was hat das geknickte Rohr mit Würmern zu tun?

PG: (etwas lauter) Ich sagte doch schon, es ist eine Art Bild, das auf der ersten Seite unseres Leben stehen sollte.

MM: Ach so, sie wollen als neuen Artikel das Thema Würmer auf die Titelseite bringen. Originell. Das hatten wir bei uns noch nie.

PG: Lassen sie mich fortfahren, junger Mann.

MM: Nein, noch nicht. Bleiben sie doch noch hier!

PG: (unbeirrt) Und das sprach der Herr: „Lothar, Lothar!“

MM: Wer ist denn jetzt dieser Lothar?

PG: Das ist mein Vorname - und ich sprach: „Hier bin ich!“

MM: Das klingt irgendwie nach Versteckspiel, oder?

PG: „Lothar“, sprach er, „Ich habe dich gesandt, um frohe Kunde den Menschen in dieser Welt zukommen zu lassen.“

MM: Dieser Herr scheint ja eine ähnliches Vokabular zu haben wie sie!

PG: „Oh ja, Herr,“ antwortete ich, „das tue ich ja schon, da ich Sonntag für Sonntag dein Wort in deinem Hause verkündigen darf...“

MM: Um welches Wort handelte es sich da? Es gab also schon frühere Aufträge? Außerdem scheinen sie bei diesem Herrn ein- und auszugehen.

PG: Ja, es gab schon frühere Aufträge, das haben sie richtig erkannt. Ich sehe, allmählich wird die Decke von ihren Augen genommen. Aber hören sie weiter: „Lothar,“ sprach er, „ich sende dich, um nun auch durch das geschriebene Wort meinen Willen zu verbreiten.“

MM: Also dann bringen sie in ihrer Zeitung gar keine eigenen Kommentare?

PG: Lieber Herr...  lieber junger Mann, wo denken sie hin? Nur was ER sagt, ist wichtig. Ich bin nur sein unwürdiges Werkzeug, ich bin nur Staub und darf seine Worte nicht mit meinen fleischlichen Gedanken vermengen.

MM: Halt! Das verstehe ich nicht. Staub und Fleisch, wie passt das zusammen?

PG: Auch das ist ja nur ein Bild.

MM: Ach so, das sind die Themen der nächsten Ausgabe ihrer Zeitschrift...  Staub und Fleisch, eine eigenartige Kombination.

Übrigens, was ich noch gerne wissen würde: Wo fand denn das Telefongespräch nun genau statt?

PG: Es geschah im Zug, auf dem Weg zu dem Ort des Gemeindeausflugs unserer Freikirche an Christi Himmelfahrt.

MM: Bei einem Ausflug am Vatertag! So etwas machen sie auch? Sambafahrt - bei einer Freikirche scheint ja richtig was los zu sein. Ziemlich lockerer Laden.

PG: Lieber Freund - der Ausflug hat uns allen richtig gut getan...  wir legten uns dann zu den Füßen des Herrn und warteten auf seine Stimme...

MM: Meine Güte, sie müssen ja mächtig viel getrunken...  Tut mir Leid, aber ich komme da jetzt nicht mehr ganz mit, aber sagen sie mir doch, wann wieder so eine Sambafahrt stattfindet. Ich bin auf jeden Fall dabei.

PG: Ich wusste es, es geschehen noch Zeichen und Wunder.

MM: Ich denke, Herr Pastor Glaubmir, wir müssen hier abbrechen, obwohl es sehr interessant wurde. Ich fasse mal zusammen:

Bei einem feuchtfröhlichen Vatertagsausflug zu einem verlassenen Tempel, in dem das Licht zunehmend trüber wurde, griffen Sie zum Handy und redeten mit einem geheimnisvollen Herrn. Er erschien und suchte sie, bis sie hinter einer Säule riefen: Hier bin ich. Als sie sich dann auf dem Boden wälzten, gab dieser Unbekannte ihnen den Auftrag, „Das geknickte Rohr“ anzufangen und zwar mit den Themen „Würmer im Alltag“ und „Staub und Fleisch“, und zwar als reines Diktat ohne Kommentare.

Herr Pastor Glaubmir: Ich bin gespannt auf die ersten Ausgabe.

 

Vielen Dank für das Gespräch.

 

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[1] Hier von wähle ich jetzt 4-7 Begriffe aus, über die wir im weiteren Verlauf des Seminars reden

[2] leicht veränderte Version des Originals von Albrecht Gralle