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Philipperbrief - Seminar

© 2001 by Veit Claesberg

Veröffentlichungen, egal welcher Art, nur nach Rücksprache mit dem Verfasser. - webmaster@veitc.de - www.veitc.de

 

Von wegen Freude - Gedanken zum Philipperbrief

Dauer ca. 120 min (zwischendurch Pause).

 

Aufbau:

1. Einleitung und Begrüßung

2. Einleitungsfragen zum Philipperbrief

2.1. Die Empfänger

2.1.1. Die Stadt Philippi

2.1.2. Die Gemeinde in Philippi

2.2. Der Verfasser des Briefes

2.2.1. Die Situation des Verfassers und die Abfassungszeit

2.2.2. Das Verhältnis des Verfassers zur Gemeinde

2.3. Einheitlichkeit des Briefes

2.4. Wichtige Themen des Briefes

2.5. Gliederung des Briefes

3. Der Brief des Paulus an die Philipper - wirken lassen

4. Eine sensationelle Ansicht zum Thema Freude & Spaß

4.1. Paulus und die Freude

4.2 How you get it?

5. Auf den Punkt gebracht

 

Literatur zum Philipperbrief

 

1. Einleitung und Begrüßung

Ich dachte mir, dass wir zunächst einen kleinen Test machen. Zehn fragen zum Philipperbrief. Was wisst ihr schon? Im Laufe meines Referats könnt ihr dann eure Antworten ergänzen oder korrigieren und hinterher werden wir mal feststellen wer hier der Philipperchampion ist. Man bekommt auch einen kleinen Preis (Schokolade - darüber freut man sich immer).

-          Philipper - Test  verteilen

Damit ihr wisst worum es heute Nachmittag geht, zunächst eine kleine Gliederung.

-          siehe oben - Folie und Kopie für jeden

Also, ihr merkt vielleicht schon: Dieses Seminar ist Schwarzbrot. Es geht um Bibelwissen und Hintergrundinformation zum Philipperbrief und dazu werden wir uns noch eines der Schwerpunktthemen des Briefes - Freude - genauer vor Augen führen. Es freut mich, dass das so viele interessiert. Ich werde referieren und Rückfragen sind jederzeit erlaubt.

Falls ihr euch jetzt aber in diesem Seminar getäuscht habt, oder was völlig anderes erwartet habt, oder, was ja eigentlich nicht sein kann, nicht mehr können solltet, habt ihr die Möglichkeit in der Pause abzuspringen, so gegen 16.00 Uhr. Für alle die noch können geht es dann bis ca. 17.00 Uhr weiter.

So weit - so gut. Nun noch etwas zu meiner Person:

Veit Claesberg, 29 Jahre, verheiratet, 2 Kinder, Mitglied dieser Gemeinde und Jugendgruppe. Ich habe Anlagenmechaniker gelernt, war dann drei Jahre auf der Bibelschule und bin nun im MBW angestellt als Jugendreferent im Praktikum.

Dann womwama...

 

2. Einleitungsfragen zum Philipperbrief

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Unter den Einleitungsfragen versteht man den gesamten Hintergrund eines Briefes.

-          Wer schrieb an wen, wann, wohin?

-          Was war das für eine Gemeinde oder eine Stadt, in der die Gemeinde war?

-          Wie ist sie entstanden?

-          In welcher Situation befindet sich der Verfasser und die Empfänger?

-          Was für eine Gliederung hat der Brief und was für Themen werden behandelt?

 

Bei den Einleitungsfragen ist man auf drei Quellen angewiesen:

1. Der Brief / das Buch selber

2. Das Neue Testament (Altes Testament)

3. Historische Quellen

 

Als sicher können letztlich nur die Texte innerhalb des Neuen Testamentes gelten. Dies ist zumindest meine Grundannahme, weil ich glaube, dass die Bibel aufgrund von 2. Tim. 3, 16. 17 von Gott inspiriert ist. Daher kommt den außerbiblischen Quellen nur eine erhellende und damit auch sehr wichtige Funktion zu, wenn man Gottes Wort verstehen will. Gott schreibt sein Wort in die Geschichte zu Leuten, die in einer bestimmten Zeit leben. Daher kann die Geschichte dabei helfen Textstellen zu erhellen und zu verstehen.

 

2.1. Die Empfänger

2.1.1. Die Stadt Philippi

Philippi war zur Zeit des NT eine römische Stadt. Sie existierte schon Jahrhunderte vorher und wurde 358/357 v.Chr. von König Philipp II von Makedonien neu als griechische Stadt gegründet und erhielt dabei seinen Namen.

Nach dem Sieg der Römer über den letzen König von Makedonien im Jahr 168 v.Chr., wurde das Gebiet 146 v. Chr. römische Provinz.

Im Jahr 42 v. Chr. schlug Antonius in der berühmten Schlacht von Philippi die beiden Cesarmörder Cassius und Brutus und machte die Stadt zu einer Kolonie für römische Veteranen. Augustus (Octavian) verstärkte dieses Besiedlung. Die Stadt war mit dem Ius Italicum ausgestattet, dem italienischem Recht, dem römischen Bürgerrecht, wodurch die meisten Bürger direkt unter dem kaiserlichen Schutz standen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, das im Philipperbrief vom himmlischen Bürgerrecht die Rede ist, was bei den Lesern ein Aha-Erlebnis ausgelöst haben dürfte. Auch beruft sich Paulus bei seiner Verhaftung in Philippi gegenüber den Behörden auf sein römisches Bürgerrecht, was bei den Behörden einiges Entsetzen hervorruft (Apg. 16. 35f).

Die Stadt Philippi lag an einer Hauptverbindungsstraße zwischen Rom und Kleinasien. In der Nähe der Stadt lagen auch Gold- und Silberminen, die ebenfalls zur wirtschaftlichen Bedeutung beitrugen.

Die Einwohner der Stadt kamen aus verschiedenen Kulturen: Griechen, Römer, Ureinwohner (Thrakider). Dementsprechend bunt war auch die Religion. Griechische Götter, orientalische Götter, thrakische Götter, Kaiserkult..., also ein bunte Mischung von Göttern und Kulten, prägte die religiöse Landschaft.

Das Judentum war scheinbar nicht stark vertreten. In der Apostelgeschichte wird keine Synagoge, sondern nur eine Gebetsstätte erwähnt (Apg. 16, 11f). Auch der Widerstand gegen die christliche Lehre scheint nicht von einer starken Fraktion der Juden her zu rühren, sondern von den Einwohnern, die den christlichen Kultus nicht kannten..

 

2.1.2. Die Gemeinde in Philippi

Philippi war die erste Stadt in Europa, die Paulus während seiner 2. Missionsreise, zusammen mit Silas, Timotheus und Lukas besuchte (Apg. 16, 1ff), was für uns heute sehr bedeutungsvoll ist, für die Leute damals aber nicht, weil sie sich nicht als Europäer verstanden.

Dennoch kennzeichnet Lukas diesen Übergang sehr deutlich, indem er von dem Traum des Paulus berichtet (Apg. 16, 6ff).

Es entstand, wohl ab dem Jahr 49, eine kleine feste Gemeinde, die aus den ersten wiedergeborenen Christen bestand: Lydia, eine Händlerin bekehrte sich bei Paulus. Der Kerkermeister, der das Erdbeben erlebte und das Verhalten von Paulus und Silas, ließ sich taufen. Vielleicht gehörte auch die Sklavin, die vom Wahrsagegeist befreit wurde, zur Gemeinde (Apg. 16, 11ff)

Im Brief werden weitere Namen aus der Gemeinde erwähnt: Epaphroditus (Grieche), Euodia, Syntyche, Clemens (Römer).

Bei seinem ersten Besuch konnte sich Paulus nur kurz aufhalten und die Gemeinde traf sich wohl bei Lydia im Haus (Apg. 16, 40). Paulus besuchte die Gemeinde noch zweimal während seiner 3. Missionsreise (Apg. 20, 2. 6).

Aus dem Brief wird deutlich, dass auch die Gemeinde Philippi nach ihrer Gründung einige, noch kleine äußerliche Schwierigkeiten, die nicht näher genannt werden, zu bewältigen hatte (1, 27f). Auch in Kap. 3 wird ein Problem deutlich: Es scheint konkurrierende Missionare zu geben, die aus jüdischen Hintergrund kommen und das jüdische Gesetz hochhalten, was der Schreiber des Briefes scharf ablehnt.

 

2.2. Der Verfasser des Briefes

Als Verfasser sind Paulus und Timotheus genannt (1, 1). Timotheus ist eine Art Mitverfasser, denn es wird im Brief über ihn geschrieben. Wahrscheinlich hat Paulus den Brief mit ihm vorher durchgesprochen.

Das Paulus diesen Brief verfasst hat, ist in der neutestamentlichen Forschung mittlerweile wieder allgemeiner Konsens. Im 19. Jahrhundert sahen das einige kritische Theologen noch anders. Aber alle Fakten, auch die altkirchlichen Überlieferungen, sprechen für die paulinische Verfasserschaft.

 

2.2.1. Die Situation des Verfassers und die Abfassungszeit

Es geht klar aus der Einleitung hervor, dass Paulus sich im Gefängnis befindet und zwar wegen der Verkündigung der guten Nachricht. Die Anklage scheint sehr schwerwiegend zu sein. Paulus rechnet auch mit einem tödlichen Ausgang (1, 18f).

In der Stadt, wo er gefangen ist, erfährt er viel Unterstützung. Daneben gibt es Konkurrenten, die - man mag es gar nicht fassen - aus Neid und in böser Absicht das Evangelium verbreiten. Aber was soll´s - Paulus ordnet dieses Phänomen dem hohen Ziel unter und so kann er es positiv beurteilen.

Im Gefängnis steht im Timotheus, der auch Mitverfasser des Briefes ist, treu zur Seite.

 

Wo ist Paulus nun im Gefängnis. Dazu gibt es drei Theorien: Ephesus, Cäsarea, Rom. Für die Auslegung des Briefes ist dies aber relativ unerheblich, wenn man von der Einheitlichkeit des Briefes ausgeht, was hier angenommen wird.

Rom ist die klassische Antwort und erscheint im gesamten auch am logischsten.[1] Für Rom spricht u.a.:

-          die Bezugnahme auf ein Prätorium (1, 13)

-          die Grüße der Leute aus dem kaiserlichen Haus (4, 22)

-          Die Annahme einer Gefangenschaft in Rom fußt auf eine bekannte Gefangenschaft, die in Apg. 28 erwähnt ist.

 

Insgesamt werden vier Briefe von Paulus in seine erste römische Gefangenschaft datiert. Man nennt sie die Gefangenschaftsbriefe, weil er sie in Fesseln oder in Ketten geschrieben hat: Eph. 3, 1; 4, 1; 6, 20; Kol. 4, 18; Philemon 1. 9; Phil. 1, 7. 13f. Es handelt sich also um Epheser, Kolosser, Philemon und Philipper.

Darüber hinaus ist noch der 2. Tim. als Gefangenschaftsbrief anzusehen (2. Tim 1, 16-18), der aber klassisch zu den so genannten Pastoralbriefen (Timotheusbriefe und Titus, die viele Anweisungen erhalten) gerechnet wird.

Hier legt man also zwei Gefangenschaften zu Grunde. Aus der ersten, die in Apg. 28 genannt wird, ist Paulus wieder frei gekommen (2. Tim. 4, 16ff) und gegen Ende dieser Gefangenschaft schrieb er den Philipperbrief.

Dabei ist Paulus nun nicht mehr in der Mietwohnung, sondern der Prozess geht seinem Höhepunkt entgegen und der Ausgang ist ungewiss. Bis zur Todesstrafe ist alles möglich. Paulus kann sich aber auch den Freispruch vorstellen (1, 20; 2, 17; 1, 25; 2, 24).

Aufgrund der Angaben in der Apostelgeschichte kann man die Abfassungszeit des Briefes nun auf das Jahr 62/63 n.Chr. datieren.

 

2.2.2. Das Verhältnis des Verfassers zur Gemeinde

Die Verbundenheit des Paulus zu dieser Gemeinde war besonders groß, ja einzigartig. Dies ist im ganzen Brief zu spüren, der nicht im Stil eines Korinther- oder Galaterbriefes verfasst ist. Philippi leistet ihm, wie Paulus in seinem Brief erwähnt (4, 10ff), mehrmals Unterstützung durch Geld.

An die Korinther schreibt Paulus, dass er andere Gemeinden um ihretwillen „beraubt“ hat. Wahrscheinlich spielt er hier auf die Gemeinde Philippi an, die ihn ja als einzige Gemeinde unterstützte (2. Kor. 11, 8. 9; Phil. 4, 15).

Zur Zeit der Abfassung des Briefes befindet sich Paulus - wie gesagt - in Haft. Die Gemeinde hat davon gehört und hat Epaphroditus zu Paulus gesandt, wohl einer der führenden Leute der Gemeinde (2, 19f; 4, 18). Er gibt aber nicht nur die Spende ab, sondern stellt sich voll in die Arbeit des Paulus. Dabei wird er Lebens bedrohlich krank.

Halten wir die Verbindung Paulus - Gemeinde noch mal in einzelnen Zügen fest:

-          Die Gemeinde erfährt die Umstände von Paulus in Rom

-          Die Gemeinde sendet Epaphroditus mit einer Geldspende zu Paulus.

-          Dort wir Epaphroditus krank und die Gemeinde erfährt irgendwie davon, z.B. durch einen uns unbekannten Boten oder durch jemanden, der von Rom nach Philippi reist.

-          Die Gemeinde schickt den Boten zurück und teilt mit, dass sie sich große Sorgen macht. Paulus sendet nun den wieder gesunden Epaphroditus mit seinem Brief zurück nach Philippi, anstelle von Timotheus (2, 19f).

Durch den regen Austausch wusste Paulus immer wie es der Gemeinde geht und umgekehrt.

 

2.3. Einheitlichkeit des Briefes

Einige Ausleger stellen die Vermutung an, der Philipperbrief sei ein gemixter  Brief aus zwei oder sogar drei verschiedenen Briefen. Man hätte sie alle zusammengefügt. Diese Vermutung beruht darauf, dass sich Kap. 1. 2 angeblich zu stark von den anderen unterscheiden. Einerseits rechnet Paulus mit seinem Tod und anderseits mit seinem Besuch.

Außerdem scheint der Brief mittendrin zu Ende zu gehen.

Als Bruchstelle nimmt man 3, 1 und 3, 2 an.

 

Stellungnahme und Erwiderung:

-          Es kann genau so gut sein, dass Paulus in diesem Moment neue Informationen bekommen hat.

-          Mauerhofer sagt: „Wir glauben, dass der Heilige Geist nicht nur über den Inhalt, sondern auch über Form und Umfang der Briefe gewacht hat,...“ [2]

-          Der Brief ist nicht als systematische Abhandlung geplant und kann daher auch Brüche aufweisen. Man spürt überall den „Gelegenheitscharakter des Briefes“ (Murdoch). Paulus schreibt an seine Freunde, die er liebt und nicht Leuten, die er theologisch lehren oder ermahnen will.

-          Auch vom Inhalt her finden sich im ganzen Brief gleiche Themenstellungen.

-          Alle überlieferten Handschriften kennen den Brief nur in dieser Form. Es gibt keine, durch die Textforschung belegten, Einfügungen.

Somit ist die These der historisch - kritischen Forschung unhaltbar.

 

2.4. Wichtige Themen im Brief:

Der Brief ist von dem Thema Freude durchzogen - der Freude im Herrn! Grundgedanke dabei ist nicht unbedingt das formulierte Thema Freude, was Paulus systematisch entfalten will, sondern eine Freude, die er innerlich erlebt und die er in seiner aktuellen Situation erlebt.

 

-          Der Brief ist ein Freundschaftsbrief

Es ist ein Brief, der nicht aufgrund von irgendwelchen Schwierigkeiten der Gemeinde geschrieben ist, sondern aufgrund des Danks des Apostels. Die Gemeinde sorgt sich um Paulus und nicht umgekehrt. Paulus sagt der Gemeinde, wie es ihm geht und wie er sich als Gefangener innerlich führt. Es geht gar nicht so sehr um seine äußeren Umstände, die sicherlich Epaphroditus noch schildern kann, sondern um seine Gefühle.

Seine Umstände, sein Wissen und seine Hoffnung sind für uns das Herausfordernde in diesem Brief.

-          Paulus hält an der christlichen Hoffnung fest

Paulus hat in seiner Situation eine große Hoffnung, aufgrund seines Glaubens, die über den Tod hinaus reicht. Er weiß, dass sein Bürgerrecht im Himmel gilt (1, 18-26; 3, 12-21). Er freut sich, bei Jesus zu sein.

-          Paulus thematisiert das Verhältnis Glauben und Leiden, aufgrund seiner aktuellen Situation

Paulus stellt die Frage nach dem Leid, das ihm als Diener Gottes widerfährt - um des Herrn Jesu willen. Paulus scheint auch die Gemeinde auf eine mögliche Verfolgung vorbereiten zu wollen. Er entwickelt eine Theologie des Leidens, die damals, gerade für Nichtjuden (und für uns heute in Deutschland erst recht) sehr ungewöhnlich klang. Christus hat uns berufen - auch zum Leiden (1, 29).

-          Paulus ermahnt die Gemeinde

Lebt und handelt so wie Christus - was gute ethische Werte der Welt sind, sollten auch eure sein (Kap. 2; 4, 1-9).

-          Paulus zeigt die Rechtfertigung durch Christus auf

Ein Schwerpunkt im 3. Kapitel. Die Rechtfertigung geschieht nicht aus Werken oder der Herkunft. Er wendet sich gegen den Judaismus und dann gegen den Perfektionismus (3, 12ff).

 

2.5. Gliederung[3]

Um den kurzen Brief im Ganzen erfassen zu können, ist eine Gliederung hilfreich:

 

A. Einleitung des Briefes                  1, 1-11

            1.         Absender und Empfänger                                                             1, 1

            2.         Gruß                                                                                                 1, 2

3.         Dank und Fürbitte                                                                           1, 3-11

B.        Bericht des Paulus über seine Lage                                                  1, 12-26

            1.         Die äußere Situation des Paulus                                                  1, 12-18a

            2.         Die innere Situation des Paulus                                                   1, 18b-26

C. Worauf es in Philippi ankommt    1, 27-2, 18

1.         Ermahnung zur Einheit                                                                   1, 27-30

2.         Einheit lässt sich in Demut und Gehorsam finden (like jesus)   2, 1-18

D. Pläne für die Zukunft                   2, 17-30

            1.         Die Gewissheit des Paulus in seiner Lage                                 2, 17. 18

            2.         Timotheus soll Paulus in Philippi vertrete                                    2, 19-24

            3.         Epaphroditus kommt zurück                                                          2, 25-30

E. Die Feinde des Kreuzes               3, 1-21

1.         Auftakt zum Schluss des Briefes                                                  3, 1

2.         Das falsche Vertrauen auf das Fleisch                                        3, 2-17

3.         Warnung vor den Verächtern des neuen Bundes                       3, 18-21

F. Konkrete Einzelanweisungen       4, 1-9

1. Ermahnung zur Einheit                                                                           4, 1-3

2. Ermahnung zur Freude                                                                          4, 4. 6

3. Erster Briefschluss                                                                                 4, 7

4. Allgemeine Ermahnung                                                                         4, 8. 9

G. Briefschluss                                 4, 10-23

1.         Dank für die Gabe                                                                           4, 10-20

2.         Zweiter Briefschluss                                                                       4, 21-23

 

Testauflösung

Pause

3. Der Brief des Paulus an die Philipper - wirken lassen

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Damit man so einen Brief mal richtig erfasst und im ganzen versteht, muss man ihn mal gelesen haben. Ich dachte mir, dass ich euch den Brief jetzt vorlese. Das dauert ungefähr 20 min. Also lehnt euch zurück und hört zu und vergleicht das mit dem, was ihr eben schon gehört habt.

Brief lesen nach Gute Nachricht Bibel

 

4. Eine sensationelle Ansicht zum Thema Freude & Spaß

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Wie ja in der Seminarbeschreibung angekündigt wird im Philipperbrief eine sensationelle Einstellung zum Thema Spaß oder Freude deutlich.

 

Zunächst die Frage diskutieren:

Ist eigentlich Spaß und Freude das gleiche, oder ist da ein Unterschied?

 

Ich denke ja und nein. Ja, weil es bei der Freude auch um den Spaß geht. Nein, weil Freude für mich die Überschrift ist und Spaß nur ein Teil davon ist. Freude ist für mich umfassender, zeitlich länger. Spaß ist für mich etwas kurzes, schnelles.

Das spiegelt sich für mich in unserer Gesellschaft wieder:

Man sagt ja, dass wir in einer Spaßgesellschaft leben und das ist auch so. Jeder will seinen Spaß haben, wenigstens einmal im Jahr und wenn dann aber im Urlaub oder auf der Love Parade. Spaß muss sein. Man will Freude erleben.

Und das ist ja auch in Ordnung. Nur das Problem, was ich sehe: Oft ist diese Freude nur sehr kurz, manchmal mit Exzessen verbunden und dann auch noch sehr teuer.

-          Was ist, wenn das Event vorbei ist. Eine Frage die man sicher auch nach dieser Pfijuko stellen kann. Sind wir dann voll in Form oder lechzen wir nach dem nächsten Highlight.

-          Was ist, wenn das Geld alle ist und man nicht so viel Spaß haben kann?

-          Was ist, wenn der Spaß den ich will, eindeutig nicht mit Gottes Ethik zusammen passt?

-          Was ist, wenn sich meine Lebensumstände so ändern, dass ich keinen Spaß mehr haben kann, zumindest keinen, der durch mir bekannte und angewandte Mittel zu haben ist?

-          Was ist, wenn wir als Christen mal richtig Farbe bekennen müssen und es hart auf hart kommt?

Unangenehme Fragen? Ja sicher! Ich bezweifle obendrein auch noch, dass der Spaß, den manche haben, wirklich so spaßig ist und außerdem auch noch auf Kosten anderer geht.

 

Paulus hat da einen völlig anderen Ansatz. Er schreibt dann auch noch in Phil. 3, 17f, dass wir uns ihn und seine Freunde als Vorbild nehmen sollen. Ist ja nicht zu fassen. Mit diesem Lebensansatz. Wo war denn bei denen der Spaß, die Freude?

Die Einstellung von Paulus ist dermaßen anders, als die meisten sie heute an den Tag legen. Und damit ist sie tatsächlich sensationell, weil diese Einstellung, die Paulus an den Tag legt, heute völlig ungewöhnlich ist. Man kann noch nicht mal sagen, dass sie out ist, denn dann wäre sie nicht sensationell. Nein - sie ist so out, dass sie wieder neu ist und etwas neues und erwartetes, dass ist sensationell. In diesem Sinne ist die sensationelle Einstellung von Paulus zu verstehen.

 

4.1. Paulus und die Freude

Von wegen Freude - von wegen Spaß, wie wir ihn heute verstehen. Also keine Freude? Gar keinen Spaß. Das wiederum auch nicht. Paulus freut sich ja auch - aber über was:

-          Phil. 1, 18f: Paulus freut sich das Jesus verkündigt wird, auch wenn die Motivation falsch ist. Und er freut sich, dass seine Gefangenschaft auf jeden Fall zu seiner Errettung führt, weil er Jesus sehen wird. Sterben ist für ihn ein Gewinn!

-          Phil. 1, 25: Paulus erwähnt, dass der Glaube die volle Freunde schenkt.

-          Phil 2, 17. 18: Paulus freut sich, dass sein Leben für die Philipper geopfert wird und er sagt, dass die Philipper sich auch freuen sollen. Ja ist das zu fassen?

-          Phil. 2, 2. 29 : Paulus fordert dazu auf, etwas mit Freude zu tun. Wie geht das, wenn man doch eigentlich keine Lust hat?

-          Phil. 3, 1; 4, 4: Paulus fordert die Gemeinde auf, sich im Herrn, mit der Freude des Herrn zu freuen. Er ordnet an!

-          Phil. 4, 1: Paulus bezeichnet die Gemeinde als seine Freude.

Es geht also irgendwie um völlig andere Freude, um einen völlig anderen Spaß. Eine Freude die nicht von einzelnen Event oder Material abhängig ist, sondern Freude, die mein Leben prägt. Freude die von innen kommt. Freude die durch trägt, die nicht oberflächlich ist. Davon redet Paulus in seinem Brief. Es geht um Lebensfreude in jeder Situation, auch wo andere die Krise bekommen

 

4.2. How you get it?

Frage: Paulus ordnet Freude an. Wie geht das?

 

-          Vom Ziel her denken und leben! Jesus ist der Herr. Er hat mich erlöst und kommt wieder. Ich habe die Freude, dass er mir vergeben hat. Daher lebe ich und daraufhin lebe ich. Innerliche Gewissheit - andere Prioritäten.

-          Freude leitet sich also nicht vom Erlebnis ab, sondern von der Beziehung zu Jesus. Im Herrn freuen.

 

5. Auf den Punkt gebracht

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Also nichts für ungut: Spaß muss sein. Freude ist wichtig. Aber wir sollten uns nicht von den sogenannten Freuden des Lebens oder den Spaßfaktoren abhängig machen, sondern nach einer echten, von Gott gewirkten Lebensfreude suchen. Das wünsche ich euch.

 

Das wünsche ich euch auch nach dieser Pfijuko. Lest noch mal den Philipperbrief unter dem Aspekt der Freude.

Einen schönen Nachmittag noch.

 

Gebet

 

 

Literatur zum Philipperbrief (Einleitungsfragen & Kommentare)

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-          de Boor, Werner, Die Briefe des Paulus an die Philipper und an die Kolosser (WStb Bd. 12), Wuppertal 1994

-          Mauerhofer, Erich, Einleitung in die Schriften des Neuen Testaments 2, Römer - Offenbarung, Neuhausen-Stuttgart 1995

-          Maxwell, S; Bentley, T; McShane, A., Was die Bibel lehrt, Philipperbreif, Kolosserbrief, Philemonbrief, Dillenburg 1990

-          Murdoch, Paul, Philipperbrief (Edition C Bd. 15), Neuhausen-Stuttgart 1996

-          Walter, N.; Reinmuth, E.; Lampe, P.; Die Briefe an die Philipper, Thessalonicher und an Philemon (NTD Band 8/2), Göttingen 1998

 

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Der Philipper - Test

Beantworte alle 10 Fragen (ohne Bibel) und vergleiche während des Seminar. Jede richtige Antwort 1 Punkt. Jede halb richtige Antwort 0,5 Punkte. Sei ehrlich J!

 

1. Mit welchem besonderen Status war die Stadt Philippi im römischen Reich ausgezeichnet?

o          es galt das römische Bürgerrecht

o          es galt Religionsfreiheit

o          es galt Alkoholverbot

 

2. Nenne zwei Mitglieder aus der Gemeinde Philippi:

o          Epaphroditus

o          Syntyche

o          Dorkas

o          Silvanus

 

3. Nenne ein besonderes Ereignis der Apostelgeschichte, was sich in Philippi abspielte:

o          Bekehrung des Paulus

o          Heilung eines Blinden

o          Bekehrung eines Gefängniswärters

o          Petrus trifft sich dort mit Paulus

 

4. Wer verfasste den Philipperbrief?

o          Paulus & Silvanus

o          Lukas

o          Verfasser unbekannt

o          Paulus & Timotheus

 

5. In welcher Situation befand sich der Verfasser und in welcher Stadt?

__________________________________________________________________________

 

6. Wann wurde der Brief ungefähr verfasst?

o          52 n.Chr.

o          62/63 n.Chr.

o          80 n.Chr.

o          100 n.Chr.

 

7. Kreuze zwei Gefangenschaftsbriefe an:

o          Brief an die Römer

o          Brief an Philemon

o          Brief an Kolosser

o          2. Brief an die Korinther

 

8. Wie ist das Verhältnis des Verfassers zur Gemeinde gekennzeichnet?

o          Der Verfasser will die Gemeinde ermahnen und zurecht weisen und schreibt auch so.

o          Der Verfasser hat ein sehr persönliches Verhältnis zur Gemeinde und schreibt auch so.

 

9. Kreuze zwei wichtige Themen des Philipperbriefes an:

o          Abendmahl

o          Freude

o          Leiden

o          Geistesgaben

 

10. Wie viele Kapitel hat der Philipperbrief?

o          2

o          4

o          6

o          8


 

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[1] Es gibt natürlich auch Argumente für Ephesus oder Cäsarea. Vom Philipperbrief aus gedacht, würde am ehesten noch eine Gefangenschaft in Ephesus passen, die aber an keiner Stelle im NT deutlich erwähnt ist. Auf die einzelnen Argumente einzugehen, würde hier den Rahmen sprengen. Vgl. dazu E. Mauerhofer Bd. 2, S. 114ff

[2] Mauerhofer, S. 155

[3] nach Murdoch